Empathie – mit Achtsamkeit pt.1

Was ist Empathie

Empathie hat etwas mit Gefühlen zu tun. Es ist die Fähigkeit zu verstehen oder nachzuempfinden, was andere gerade denken oder fühlen. Einfach gesagt: Sich in etwas hineinfühlen, etwas nachempfinden, sich soz. in eine andere Person hineinversetzen. So ist es zB traditionell bei Beerdigungen üblich, den Trauernden unser Mitgefühl auszusprechen.

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Kurzer Exkurs in die Neurobiologie

  • Gefühle und Emotionen

Wir alle haben einen in unserem Leben viele Gefühle erfahren, und diese Wahrnehmung setzt bereits im pränatalen Stadium ein. Wenn wir diese unsere Gefühlswelt auch zum größten Teil vergessen haben, so sind sie doch noch alle noch präsent in einem Speicher, der unserem bewussten Erleben allerdings verschlossen bleibt. Und wenn wir eine Entscheidung – welcher Art auch immer – treffen, so spielen unsere `abgespeicherten´ Emotionen die `entscheidende´ Rolle, ohne dass uns das bewusst wird. Sie sind unserem Denken quasi Bruchteile einer Sekunde vorgeschaltet, ohne bewusst wahrgenommen zu werden. Das bedeutet, dass alle unsere Entscheidungs- bzw. Handlungsmuster emotional gesteuert werden. Und wer nun glaubt, er/sie könne sich davon befreien und ganz rational entscheiden und handeln, der täuscht sich gewaltig, denn die Neurobiologen wie insbes. Gerhard Roth (s. Zugabe) haben die entscheidenden Belege geliefert. Aber auf die Komplexität dieser Vorgänge in unserem Gehirn soll in diesem Rahmen nicht näher eingegangen werden.

Mehr Empathie mit Achtsamkeit

Wenn wir das Wort Achtsamkeit hören, haben manche ein Problem damit. `Immer dieser esoterische Kram´ oder `soll ich diese Konzentrationsübung auch noch lernen bei dem ganzen Stress?´ mögen einige denken. Aber was ist Achtsamkeit? Hat sie etwas mit Konzentration zu tun? Gehen wir dieser Frage einmal nach. Ursprünglich bedeutet Achtsamkeit, dass man auf sich selbst achtet. Ein typisches Beispiel spielt sich im Straßenverkehr ab. Wir müssen beim Autofahren Verkehrsregeln beachten und Rücksicht auf andere nehmen. Und diese Form der Achtsamkeit erfordert schon Konzentration und kann Stress erzeugen, obwohl die meisten Handlungsmuster automatisch ablaufen. Wir haben es hierbei mit einer Form der Achtsamkeit zu tun, die mit Gefahren verbunden ist und an Regeln – Straßenverkehrsordnung, Verkehrszeichen – gebunden ist, um uns sicher durch den Verkehr zu leiten. Die Form der Achtsamkeit, um die es hier dagegen geht, ist frei von Stress, keinen Regeln unterworfen, ungebunden und betrifft nur uns selbst.

Achte auf dich selbst

Im Zeitalter des Internets haben viele verlernt, wie das geht. Wir bewegen uns zunehmend in irgendeiner Cloud des Internets, haben viele Freunde auf facebook (die keine sind), kommunizieren über unser smartphone, PC, laptop etc.pp…, wir werden im Fernsehen mit Nachrichten, Werbung, Filmen und Informationen jeder Art überhäuft und wissen gar nicht mehr, `wohin unsere Reise geht´. Und das war nicht immer so. Was heute der Monitor, das Tablet etc. ist, war früher das Feuer, das uns gewärmt und entspannt hat. Und der Monitor – im weitesten Sinne –  hat extreme Auswirkungen auf unseren Verstand, unser Verstehen des Lebens, das sich vom Boden der Realität mehr und mehr entfernt. Wir sind zu einer sitzenden Gesellschaft mutiert, und unser Denken bewegt sich zwischen Realität und Virtualität. Das erweckt Bedürfnisse, denen wir nachkommen wollen, unsere Gedanken bewegen sich in der Zukunft, wir planen, um unser Leben zu optimieren und denken vielleicht, dass wir etwas verpasst haben könnten. Einfach gesagt: Wir haben den größten Teil unserer Zeit den `Boden unter den Füßen verloren´ und nehmen uns selbst nicht mehr wahr. Unser Verstand, die mediale Welt unterdrückt unsere Emotionen. Wir denken anstatt zu fühlen, zu fühlen, wie es in uns aussieht. Diese Ausführungen sollen nicht generalisiert werden. Aber jeder von uns sollte mal darüber nachdenken, inwieweit er/sie sich selbst in seiner Lebensgestaltung und insbesondere seinen Lebensproblemen emotional wahrnimmt und achtet.

Unser Zeitempfinden im Widerspruch

Augenblick genießen

Wir leben heute in einer Zeit der Reizüberflutung, der eine mehr der andere weniger. Und damit hat sich unser Zeitempfinden zunehmend verändert. Alles geht schnell, und das Bestreben der medialen Welt besteht darin, möglichst noch schneller zu werden. Das mag folgendes Beispiel zeigen: Wenn wir etwa 50 Jahre zurückdenken, so haben wir einen Brief geschrieben, um jemandem eine Nachricht zukommen zu lassen. Und dieser Brief erreichte auf dem Postweg seinen Empfänger in ein paar Tagen. Heute sind wir im Zeitalter des Internets so weit, dass Milliarden von Informationen quasi zeitgleich um die ganze Welt rasen. Ähnlich ist es mit dem Reisen, egal wohin, es geht immer schneller, mit dem Flugzeug, dem Auto etc.pp. Nun stellt sich die Frage, warum heute in unserem Land keine® mehr Zeit hat? Immer wieder hört man `hab gerade keine Zeit´ und das Wort STRESS hat so viele voll im Griff. Frage: Warum haben wir weniger Zeit, obwohl doch alles schneller geht? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Ich denke, jeder sollte mal über sein Zeitmanagement nachdenken.

Achtsamkeit – wie geht das?

Let me think..

  • Achtsamkeit einer Katze

Eine ganz besondere Form des Zeitmanagements besitzen Katzen. Und das zeichnet sie in ihrer wohl einzigartigen Form der Achtsamkeit aus. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, warum Katzen so gut Mäuse fangen können, obwohl die Mäuse blitzschnell sind und sogar an Mauern hochklettern können, wenn sie einer Gefahr entfliehen. Wie schafft die Katze das trotzdem? – Sie geht strategisch sehr klug vor, und das lässt sich nur durch ein Beispiel erklären, das ich beobachtet habe:

Meine Katze entdeckt eine Maus auf dem Rasen. Weil sie besser sehen kann, als wir Menschen, ist sie blitzschnell bei der Maus und will sie ergreifen. Die Maus ist aber noch schneller und verschwindet in ihr Mauseloch. Die Katze entspannt sich erst mal und legt sich vor das besagte Mauseloch. Die Maus kommt nicht wieder heraus, weil die Katze ja davor liegt und sie fangen will. Erst nach ca. 2 Stunden hat die Katze ihre Beute, die verschwundene Maus gefangen, und verzerrt sie. Wie hat sie das gemacht? Willst du wissen, was die Katze gemacht hat?

Gar nichts hat sie gemacht. Sie hat sich nicht einmal bewegt und das über 2 Stunden lang. 2 Stunden hat sie auf das Mauseloch geachtet. 2 Stunden erhöhte Achtsamkeit bei vollem Bewusstsein.

Hat die Katze sich in ihrer Wartestellung angestrengt oder war sie dabei gestresst? Nein, ganz im Gegenteil! Sie hat ihre Stellung konsequent beibehalten und sich nicht bewegt. Man könnte auch sagen, sie hat mit Achtsamkeit in sich geruht und auf ihre Beute gewartet.

Schon in der Bibel sagte Jesus: „`Sei wie ein Diener, der auf die Rückkehr des Meisters wartet´, der Diener weiß nicht, zu welcher Stunde der Meister kommen wird. Also bleibt er wach, aufmerksam, ausgeglichen, still, damit er die Ankunft des Meisters nicht verpasst“ (Eckard Tolle s. 117).

Wir machen es der Katze nach

Kann man Achtsamkeit lernen, vielleicht von der Katze, oder sich darin üben? Einen Versuch wäre es wert. Suche dir einen bequemen Platz. Versetze dich in die Lage der Katze und suche dir ein Mauseloch (metaphorisch gesprochen), wie zB ein schönes Bild an der Wand oder eine schöne Phantasie, wie zB dein Lieblingsgericht, Sex on the Beach etc. Achte auf deine Atmung und verharre in dieser Haltung für mindestens 5 Minuten, ruhig und entspannt, ohne jede Bewegung.

Du wirst dich wundern, was du dabei alles wahrnimmst. Ich möchte es zunächst bei dieser kleinen Übung belassen. Du wirst in dieser erhöhten Wachsamkeit – sozusagen nebenbei – mehr wahrnehmen, als du dir vorgestellt hast. Und das macht deine Achtsamkeit aus. Warum? Wir nehmen ganz entspannt in einer erhöhten Bewusstseinsstufe mehr wahr! Und diese 5-Minuten Übung solltest du mehrmals in der Woche im häuslichen Bereich üben bis du soweit bist, sie auch in jeder anderen Umgebung durchzuführen, im dich aus dem stressbedingten Situationen mal auszuklinken. Und das Beste ist: Es funktioniert!

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Die Katze lässt sich durch nichts beeindrucken!

Fazit:

Achtsamkeit ist eine erhöhte Form des Bewusstseins.

Wer in dieser Bewusstseinsstufe verweilt, ruht in sich selbst.

Wir sind über die Achtsamkeit miteinander verbunden.

Achtsamkeit lässt sich durch Übungen verbessern.

Wie sind wir nun durch unsere Achtsamkeit – mehr oder weniger – miteinander verbunden? Klare Sache: Wir beachten andere Menschen und sie beachten uns, sofern sie uns mit Achtsamkeit begegnen, anstatt zB mit einem Headphone oder irgendeinem Mobile zu kommunizieren. Alles eine Sache der `emotionalen Antennen´, die uns analog (!) verbinden.

Dazu gehören auch `Glücksmomente´, wie Freude, lachen, Erfolg etc.pp. Diese gilt es genauso zu teilen. Die Liebe der Menschen, sexuelle Lust, Humor und vieles andere, der Witz, ein schönes Beispiel, weil wir sogar noch gemeinsam darüber lachen.

Leslie Jamison ist eine Frau, die sich mit Achtsamkeit beschäftigt hat. Sie hat sich intensiv mit dem Thema Empathie auseinandergesetzt. Sie stellt sich zum Bespiel folgende Fragen:

Kann man Empathie lernen?

Wie wird Empathie gelernt?

Kann man Empathie abschalten?

Wo sind die Grenzen für Empathie?

Tun wir es Leslie Jamison gleich. Beschäftigen wir uns mit unserer Empathiefähigkeit. Reden wir über unsere Gefühle, die wir empfinden, auch wenn andere Menschen leiden. Verstecken wir uns nicht hinter unseren Gefühlen, sondern sprechen wir sie aus. Teilen wir uns mit, denn schließlich ist in der Empathie geteiltes Leid halbes Leid.

PJP

Zugabe:

Gerhard Roth ist Wissenschaftler durch und durch und hat an der Uni Bremen gelehrt. Er hat sich überwiegend international einen Namen gemacht und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse erhalten. Mit inzwischen 75 Jahren ist er bis heute immer auf dem Boden geblieben. Ein Mensch, wie er `im Buche steht´ und im Internet – als Populist – zurückhaltend. Den Rest überlasse ich Wikipedia (link):

Gerhard Roth – Biologe

Wissenschaft aktuell pt. 1 -Tauben können Englisch

Die wissenschaftliche Forschung bringt immer wieder Studien zutage, die uns staunen lassen. Dazu ein Zitat aus `Neues aus der Wissenschaft´ (DLF):

Tauben „können zumindest existierende Wörter von sinnfreien Nicht-Wörtern unterscheiden. Und zwar auch solche, die sie nie zuvor gesehen haben. Wie Biopsychologen der Ruhr-Universität Bochum und ihre neuseeländischen Kollegen in „PNAS“ berichten, orientieren sich die Tiere dabei unter anderem an wiederkehrenden Buchstaben-Kombinationen.

Zunächst lernten die Tauben am Monitor mittels Futterbelohnung 26 bis 58 englische Wörter aus vier Buchstaben, die sie von 8000 Nicht-Wörtern unterscheiden konnten. Dann zeigten die Wissenschaftler den Tieren je 50 unbekannte Wörter und Nicht-Wörter. Tatsächlich pickten die Vögel deutlich häufiger auf die existierenden Wörter. 

Das Fazit der Forscher:

Tauben lernen nicht nur auswendig. Sie wenden vielmehr Rechtschreib-Regeln an. Sie lernen zum Beispiel, welche Buchstabenpaare in einer Sprache besonders häufig zusammen auftreten.

Obwohl Tauben und Menschen sehr unterschiedliche Gehirne haben, lernten sie trotzdem auf äußerst ähnliche Weise orthografische Regeln, bemerken die Autoren.“

Quelle: PNAS

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Die Studien von Stanislas Dehaene 

Der Neuro-Wissenschaftler Stanislas Dehaene erorscht, was sich heute `objektiv´ über das Bewusstsein sagen lässt. Das subjektive Erleben blendet er dabei aus.

“ `Angst vor großen Fragen kennen die Neurowissenschaftler nicht: Diskutierten Philosophen Jahrhundertelang über das Bewusstsein und seinen Ursprung, lautet heute die Antwort der Neurowissenschaft fast unisono, dass letztlich alles Gehirn sei. So auch Stanislas Dehaene, was ihn dabei von seinen Kollegen unterscheidet, ist sein pragmatischer Ansatz. Er nutzt einfache optische Illusionen, um das Bewusstsein erst experimentell handhabbar zu machen und von da aus immer weiter zu analysieren.

Da sieht man einen Kreis grauer Tupfen: Blickt man starr auf die Mitte, dann verschwinden einzelne Flecken, tauchen wieder auf, verschwinden erneut. Das Bild auf der Netzhaut bleibt gleich, aber das, was der Beobachter erlebt, was er beschreibt, verändert sich laufend. Indem Stanislas Dehaene genau untersucht, was bei diesen Übergängen im Gehirn geschieht, kann er eine neuronale Signatur des Bewusstseins identifizieren. Nach etwa 300 Millisekunden begingen die Nerven über weite Teile des Gehirns hinweg hochfrequent und synchron zu feuern, im EEG zeigt sich das als sogenannte P3 Welle. „Genau an diesem Punkt, wo ein kohärent vernetztes Gehirn plötzlich ‚zündet‘, scheint bewusste Wahrnehmung zu entstehen´, schreibt Dehaene“ (DLF).

„Flexibilität und Integration schaffen Bewusstsein

Unbewusste Gehirnprozesse können viele Dinge gleichzeitig analysieren, aber nur bis zu einem gewissen Grad und recht automatisiert. Je nach der Dringlichkeit der Sinneseindrücke und den aktuellen Bedürfnissen der internen Prozesse wird eine Information bewusst. Sie steht dann fast dem ganzen Gehirn zur Verfügung, eingebunden in vergangene Erinnerungen und künftige Ziele und kann auf unterschiedliche Weise genutzt werden.

In der besonderen Flexibilität und Integration liegt für Stanislas Dehaene der tiefere Sinn des Bewusstseins. Mit seinem Analysemodell nähert sich Dehaene auch praktischen Fragen, so versucht er zum Beispiel, über die P3 Welle und die hochfrequenten Entladungen im EEG Anzeichen für Bewusstsein bei Patienten im vegetativen Zustand zu erkennen. Auch ist er davon überzeugt, dass Tiere über einen ähnlichen „globalen Arbeitsraum“ verfügen und damit über Bewusstsein. Allerdings geht Dehaene davon aus, dass es die Sprache ist, die dem Menschen ermöglicht, eine andere Qualität von Bewusstsein zu erreichen.

Der pragmatischen Ansatz blendet allerdings völlig aus, was für viele der Kern des Bewusstseins ist: das subjektive Erleben. Das aber sei ein vorwissenschaftliches Konzept, meint Stanislas Dehaene. In der Biologie wurde eine undefinierte Lebenskraft durch chemische Erklärungen obsolet. Ganz ähnlich könnten in Zukunft neuronale Modelle den Glauben an einen Geist neben dem Gehirn überflüssig machen. Das kann man für einen intellektuellen Taschenspielertrick halten oder für ein Zeichen von Ehrlichkeit. Stanislas Dehaene beschreibt detailliert, was sich heute objektiv über das Bewusstsein sagen lässt. Es gibt vielleicht tiefere Einsichten, aber die lassen sich nicht belegen.“

Fazit:

Es bleibt dem Leser überlassen, einen Zusammenhang zwischen `den Tauben und Stanislas Dehaene´ zu bedenken.

PJP

Wissenschaft – eine Erfindung (pt. 1)

Wissenschaft – eine Erfindung..?..

das ist hier jetzt nicht die Frage, sondern die Wissenschaft bringt seit Ewigkeiten viele neue Erfindungen hervor. `Was uns nicht begegnet muss entdeckt werden´, hab ich mir mal gedacht, und wenn wir etwas suchen wie die Nutznießer der Wissenschaft, wollen wir es finden, sozusagen er-finden. In dieser Hinsicht ist `Wissenschaft – eine Erfindung´ zu verstehen. Ich will es sozusagen für mich er-finden. Damit begebe ich mich auf die Suche und will kurz begründen, was mich dazu veranlasst.

Dieser Blog ist eine Gratwanderung zwischen Wissenschaft und Unterhaltung,

so steht es geschrieben in `My blog Info´. Es ist an der Zeit, mich dazu zu äußern. Unterhaltung und Wissenschaft sind wahrlich sehr umfassende Themenbereiche. Was ist `Wissenschaft? Was Unterhaltung? Was heißt hier nun `Gratwanderung´? Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Gibt es gar so etwas wie eine `Schnittmenge´ zwischen W. und U. ?

Ich denke, sie merken jetzt, dass dieser Beitrag es `in sich hat´, wie es so schön heißt. Eine echte Herausforderung an mich, als Schreiber in Vertretung meines blogs, und das auch noch im Namen der Wissenschaft. Ich nehme die Herausforderung an und stelle mich ihr.

Was ist Wissenschaft

Wissenschaft ist die genialste `Reproduktion´ unseres Gehirns, die es bislang hervorgebracht hat.

Diesen bedenklichen Satz will ich jetzt nicht näher kommentieren. Mich interessiert vielmehr, wie die Wissenschaft überhaupt entstanden ist, was sie für uns heute bedeutet und was wir von ihr lernen können, um unser Leben `noch besser in den Griff zu kriegen´.

  • Wie Wissenschaft entstanden ist

Alle Wissenschaft der Spezies Mensch basiert auf konkreten Handlungen in der Bewältigung des eigenen Lebens.

Aus dieser `Definition´ geht hervor, dass Wissenschaft ursprünglich `lebensnotwendig´ war. Das ist heute nicht mehr der Fall. Dahinter verbirgt sich eine lange `Entwicklungsgeschichte´, was die sog. Phylogenese sowie die Zivilisation der `Gattung Mensch´ betrifft. Im weitesten Sinne spricht man hier von der Evolution. Ich will nun die Phasen der Evolution nicht näher beleuchten, sondern ausgesuchte Stationen sozusagen bildhaft in Betracht ziehen.

Fangen wir beim Homo erectus an. Er unterscheidet sich in seiner Art schon mal ganz entscheidend vom Tier und war diesem in seiner (Über)Lebensgestaltung ausgesetzt. Das betrifft die Beschaffung von Nahrung und der Gefahr, von einem wilden Tier angegriffen und sogar gefressen zu werden.

Wir können die Nutzung des Feuers vom sog. `Homo erectus´ – wenn auch noch umstritten – ca. 1 Million Jahre zurückdatieren. Mit dem allmählichen Verlust der schützenden Körperbehaarung war der Mensch darauf angewiesen, sich vor Kälte zu schützen. Außerdem lieferte das Feuer die Entdeckung, dass Fleisch durch die Einwirkung von Hitze leichter verzehrt werden konnte, der Ursprung des Grillens, was uns heute noch `in den Knochen steckt´. Nun kam es vor, dass einzelne Menschen dieser Zeit auf der Jagd ganz auf sich allein gestellt waren. So lernten sie schließlich auch in freier Wildnis ein Feuer für die Nacht zu entfachen. Durch den Lichtschein im Dunkeln wurde das Feuer eines Jägers von einem anderen entdeckt, der sich ihm näherte und Wärme an dem Feuer seines Kontrahenten fand. Schließlich teilten sich die beiden ein Feuer. Das war der Ursprung einer Beziehung, die wir heute Freundschaft nennen und damit dürfte auch der Grundstein der Sozialforschung gelegt sein. Heute teilen Freunde viel mehr als ein Feuer, alles, was ihr Tagesgeschehen betrifft, sie beraten sich bei der Lösung von Problemen, teilen sich sozusagen alles mit. Daher kommt der Begriff Mit-Teilung und darüber hinaus: „Eine wahre Freundschaft ist kein Tauschgeschäft zwischen zwei Egos, sondern sie dient der Wahrheit, dem Erkenntnisgewinn und der wahrhaften Selbstentfaltung aller Beteiligten“ (übernommen aus JAJAYALLA blog `Über das Ego…(pt 1)´).

  • Handeln, Denken, Bewusstsein

Es kann nicht bestritten werden, dass der `Urmensch´ bei zunehmenden Anforderungen an seine Lebensbewältigung auf konkretes Handeln angewiesen war, um sein Überleben zu sichern. Angefangen bei der Erfindung des `Feuermachens´, dem Sammeln (wie etwa Vorräte von Feuerholz) bis zur Herstellung von Waffen zur Jagd und zum Schutz vor gefährlichen Tieren. Diese Erfahrungen wurden gemessen am Evolutionsprozess blitzschnell von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Dabei kommt insbesondere auch die aktuelle neurobiologische Forschung mit ins Spiel, mit der Erkenntnis, dass `Verhaltensmerkmale´ nicht nur auf Lebenserfahrungen basieren, sondern auch durch Vererbung weitergegeben werden.

(vgl.`Vererbung der anderen Art´ von M. K. Skinner in Spektrum der Wissenschaft, Juli.15 S. 19 – 25).

An dieser Stelle möchte ich eine Zäsur machen und im nächsten Part meiner `Er-findung´ einen für mich sehr überraschenden Vergleich ins Feld führen, der allerdings auf entwicklungspsychologischen Erkenntnissen beruht. Um Beiträge der aktuellen wissenschaftlichen Forschung mit entsprechenden Verweisen wird es dann später gehen.

Hätte ich diesen Beitrag mit `Fußnoten´ bzw. Belegen versehen wollen, wäre ich wohl eine ganze Woche damit beschäftigt. Die digitale Technik bietet dazu excellente Möglichkeiten an, die ich leider noch nicht beherrsche. In dieser Hinsicht behalte ich mir  Änderungen bzw. Ergänzungen meines Artikels ausdrücklich vor.

Vielen Dank!

Pete J. Probe