MHC – verborgene zwischenmenschliche Beziehungen

Aus aktuellem Anlass wiederhole ich einen Artikle vom 3. Juli 2015

Es geht um einen wissenschaftlichen Aspekt in Sachen Partnerschaft und Beziehungen, ein Forschungsbereich, der wenig bekannt uns alle betrifft.

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Haupthistokompatibilitätskomplexmolekül

– ein schwieriges Wort, das lange zu meinem Sprachschatz gehört. Da ich es `flüssig´ aussprechen kann, erlaube ich mir hin und wieder den Spaß, es in Gesprächsrunden mit Freunden oder Bekannten einzubringen, die dann ganz konsterniert aus der Wäsche gucken und schweigen… oder fragen `was ist das denn?´ Auf diese Frage möchte ich möchte ich in meinem Artikel nun etwas näher eingehen.

Jeder Mensch hat einen sog. Haupthistokompatibilitätskomplex (engl. Abkürzung MHC-Gene). Aber wozu dienen diese Anlagen? In der körpereigenen Funktion sind diese Gene für die Steuerung des Immunsystems mitverantwortlich, der es diesem ermöglicht, `Selbst´ von `Fremd´ zu unterscheiden. Es gibt mindestens 20 dieser MHC-Gene und 100 verschiedene Ausprägungsgrade, d.h. sie sind bei jedem Menschen – außer bei eineiigen Zwillingen- ganz individuell unterschiedlich angelegt. Aber auf diese wissenschaftliche Betrachtung möchte ich als Laie nicht näher eingehen. Es geht mir vielmehr darum, dass der Eigengeruch eines Individuums an den MHC-Genen gekoppelt ist d.h. jeder Mensch besitzt einen individuellen Eigengeruch, der nur von Hunden gerochen werden kann. Das ist ein Geruch, den wir Menschen zwar nicht riechen können, den wir jedoch unbewusst aufnehmen. Dabei wird er von unserem Gehirn registriert und verarbeitet.

Diese subtile Wahrnehmung beeinflusst u. a. die Mutter-Kind-Bindung, diePartnerwahl, die Inzestschranke sowie die Fehlgeburtenrate (Lexikon).

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An dieser Stelle möchte ich meine Ausführungen zu diesem Thema beenden und verweise auf den Arzt Jan Hindermann (Hannover), der folgende Gedanken dazu verfasst hat:

„Es ist unglaublich, wie viel wir Menschen (und auch andere Lebewesen) in unseren Körpergeruch kodieren. Wenn wir andere Menschen riechen, erfahren wir nicht nur ob, und wenn ja welches Parfüm/Deo er/sie verwendet, oder wann/ob er/sie das letzte Mal geduscht hat – nein, wenn wir jemanden vom anderen Geschlecht riechen, dann schlüsselt unser Gehirn automatisch auf, wie gut ihr beide sexuell-biologisch zueinander passt. Ich habe mal in einem Fachartikel über Familien- und Verwandtschaftspsychologie (fragt nicht) gelesen, dass Menschen mit einem stark unterschiedlichen MHC (major histocompatibility complex – Haupthistokompatibilitätskomplex) weniger geneigt sind, fremdzugehen – und der MHC ist irgendwie im Geruch des Menschen kodiert, versteckt sich also irgendwo unter Pheromonen, vermute ich als Nicht-Wissenschaftler mal. Warum sind MHC-ähnliche Partner also eher untreu?

Einfach: in den MHC sind u.a. Informationen über unser Immunsystem und unsere Gene kodiert. Die größte Ähnlichkeit im MHC habt übrigens ihr und eure Geschwister. Danach kommen Eltern, Großeltern, etc. pp. Deswegen – und auch aufgrund des Westermarck-Effekts – seid ihr rein bio-chemo-psychologisch nicht dazu geneigt, mit euren Geschwistern Kinder zu zeugen. Zurück zu den Partnern. Dekodiert unser Hirn einen ähnlichen MHC, denkt es sich: „oha, der/die hat ein Immunsystem, das meinem zu großen Teilen gleicht! Wenn wir Kinder bekommen, dann wird deren Immunsystem mit einer größeren Wahrscheinlichkeit darunter leiden. 

Das ist auch einer der Gründe, warum Inzucht zu vermeiden ist. Immunsystem am Arsch in dem Fall. Ausnahmen gelten, wenn du dein eigener Großvater bist. Übrigens, und das fand ich das wirklich Interessante hierbei, ändern sich die MHC-Präferenzen bei Frauen, die z.B. die Pille nehmen – dann sind sie nämlich eher Partnern zugeneigt, die einen ähnlichen MHC aufweisen! – Versteh das einer… –  Vermutlich weil der Körper sich denkt `…he, ich sollte vielleicht nicht einen Mann ‚belegen‘, der Kinder zeugen kann, aber nicht mit mir…´

Nur so ‚ne Vermutung. Ich bin Arzt Programmierer und kein Psychologe. Unsere Nase arbeitet sehr diskret, wenn es um den MHC und Pheromone geht; bei manchen Tierarten reicht ein nicht riechbarer Anteil an gewissen Duftstoffen aus, um diverse Dinge zu signalisieren. Das gleiche gilt für uns Menschen: das alles geschieht subtil. Wir müssen nicht, wie manche Tiere, erst am Körper des potentiellen Partners schnüffeln – das ist rein optional und wird zur Kontaktaufnahme mit Fremden nicht empfohlen. Da gehste zum Vorstellungsgespräch, alle beschnüffeln sich erstmal, dann geht’s los. So könnte das bei Hunden ablaufen: `So, Herr Bello, Ihre Referenzen sind einwandfrei und Ihr Hintern riecht auch gut… wann können Sie anfangen?´ Und noch ein Warnhinweis… „Ich liebe, wie unterschiedlich unsere MHC sind“ wird bei den meisten ein WTF hervorrufen. Wobei das schon sehr interessant wäre: Samstagabend in der Disko, du gehst zu einer Frau hin, und willst sie ansprechen… aber first things first, und du riechst erstmal unter ihrem Arm. 😀 (Bzw. mit umgekehrten Geschlechtern für weibliche Leser. Sofern es die denn hier gibt. Sofern es überhaupt Leser auf diesem Blog gibt. *forever alone* Es ist schon irre, wie unsere Körper so subtil versuchen, einen möglichst idealen Partner zu bekommen – einfach dadurch, dass Informationen über uns in unserem Körpergeruch kodiert sind. Ich habe leider keine Ahnung, wie sich Deo/Parfum auf den Geruch auswirken, aber es würde mich ehrlich gesagt nicht wundern, wenn das Hirn das auch noch wegfiltern kann.“

Fazit

Bei der Partnerwahl spielen körpereigene Gerüche (Duftmoleküle) des jeweiligen Partners eine entscheidende Rolle, die wir kodieren, ohne sie zu riechen oder bewusst wahrzunehmen. 

Um – Frage

Was ist dein Lieblingsgeruch? Was kannst du nicht gut riechen?

PJP

Loriot Advicer pt. 4 – lifestyle

Daily life is full of surprises and temptations. Especially in the dark season. This week the following experiences of Loriot were reported. They’re supposed to be a lesson to us.

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The real master of flirting always finds the right word at the right time.
Here: „Has anyone ever told you what beautiful brown eyes you have?“

 

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With you on weekends I can forget all the stress of everyday life.

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It was tactically correct by tenant Erwin (front center) to invite his landlady (marked) to a party with his friends.

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Especially for the highlights in the context of experiencing love and nature, the principle is: to stop when it’s most beautiful

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The car alone doesn’t make it. 

Copyright © aller Bilder: Loriots heile Welt, 1973 Diogenes Verlag AG Zürich

ISBN 3 257 00927 5

PJP

Ehe – Scheidungen – Ranking Germany

Was ist die `gut-bürgerliche´ Ehe in Deutschland noch wert?

Diese Frage stellt sich, wenn man die hohe Scheidungsrate in Betracht zieht. Von den finanziellen Einbußen, zunächst bei der Hochzeitsfeier und dann bei der Scheidung erst gar nicht zu sprechen. Dagegen stehen Eheschließungen, die soz. `heimlich´ geschlossen werden, und es stellt sich die Frage, welche steuerlichen Vergünstigungen ein Ehevertrag einbringt.

Liebe oder/und Freundschaft

Die Liebe als Treueschwur in der Ehe ist schon ein seltsames Spiel. Denn sie `funktioniert´ nur, wenn ein Paar auch freundschaftlich miteinander verbunden ist, denn wirkliche Freunde sind sich immer treu.

Emden, die Stadt der erloschenen Liebe

So lautet die Schlagzeile eines Berichtes vom NDR. Demnach ist die Scheidungsrate in Emden mit 83% bundesweit am höchsten. Den 2. Platz im Scheidungsranking belegt die Stadt Leverkusen in Nordrhein-Westfalen und auf Platz 3 liegt Neumünster in Schleswig-Holstein. Bundesweit haben sich 166.199 Paare scheiden lassen.

Bericht des NDR (follow the link):

NDR-Bericht

Vorboten einer gescheiterten Ehe

Um das Thema mit Humor zu beenden, möchte ich auf die Hochzeitsreden verweisen. Wenn man diesen aufmerksam zuhört, wird der wahre Wert einer Ehe schon frühzeitig erkennbar. So z.B. gehalten von einem ehrenwerten Brautvater:

PJP

Sarah Connor – heart full of soul

Es ist an der Zeit, Sarah Connor Respekt zu zollen.

Sie ist ein großartiger Mensch. Ihre Liebe gilt nicht nur ihrer Familie, sondern sie hat sich auch – vorbildlich – für die Flüchtlingskrise eingesetzt.

Titelfoto übernommen von mixt1.de. Für urheberrechtliche Ansprüche übernehme ich keine Haftung. Das Foto kann hier jederzeit entfernt werden.

„Im April 2010 gab Connor bekannt, dass sie und ihr Manager (ehemaliges Mitglied der Boygroup The Boyz ein Paar sind.[9] 2011 kam Connors drittes Kind, eine weitere Tochter, zur Welt.[10] Während der Flüchtlingskrise in Europa 2015 nahm Connor für ein halbes Jahr eine syrische Mutter mit deren fünf Kindern auf.[11] 2017 wurde ihr viertes Kind, ein Sohn, geboren[12]  (Wikipedia).

Heute möchte ich ihren Song `Bedingungslos´ vorstellen zunächst mit kompletter Lyrik, die sich lohnt auch gelesen zu werden:

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Mein 16. Sommer, die Koffer gepackt
mich nochmal umgedreht,
weil ich pass hier nicht rein,
mir war die Welt zu klein.

So verliebt in dich, in das Leben, die Musik
und was vor mir liegt,
auf eignen Füßen stehn
und mein Weg selber wähln.

Viel geschwärmt, schnell gelernt,
wie gewonnen, so zerronnen
und ich weiß, dass ich eigentlich nichts weiß.

Auf der Suche,
nach der großen Freiheit,
nach Liebe, Schmerz und Wahrheit,
sorg dich nicht um mich.

Denn ich werd da sein,
immer für dich da sein,
und wenn du mich vermisst,
such mich da wo Liebe ist.

10 Sommer weiter,
ich dachte ich sei weiter, alles schien perfekt
und dann der große Crash,
plötzlich war die Sonne weg.

Ich hab zum 1. mal gebetet,
für dein Herz,
und dein Leben,
dass es weiter schlägt.

Ja ich kann heut verstehn,
wie es ist fast durchzudrehen.

Wir halten fest, lassen los,
wolln nich allein sein, suchen Trost,
doch es gibt eine die dir bleibt,
die bei dir bleibt,
bedingungslos.

Auf der Suche,
nach der großen Freiheit,
nach Liebe, Schmerz und Wahrheit,
sorg dich nicht um mich.

Nein ich werd da sein,
immer für dich da sein,
wenn du mich vermisst,
such mich da wo Liebe ist.

Wir halten fest, lassen los,
wolln nicht allein sein, suchen Trost,
ich bin die, die bei dir bleibt,
BEDINGUNGSLOS.

Für dein ganzes Leben
und kommt der große Regen,
sorg dich nicht um mich.

Ich werd da sein,
immer für dich da sein,
wenn du mich vermisst,
such mich da wo Liebe ist.

Ich werd da sein,
immer für dich da sein,
wenn du mich vermisst,
such mich da wo Liebe ist.

Jetzt aber endlich live in Hamburg hören und sehen:

Sarah Connor live in HH

For my foreign readers the Diskopraphie of Sarah Connor:

Sarah Connor Diskographie

PJP

Zugabe:

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Der nächste Frühling kommt bestimmt. Hoffnungsvoll mit Flower Power!

Geheimnis der Psychologie – Gefühle pt. 1

Gefühle verbergen ein großes Geheimnis.

Die Psychologie tut sich sehr schwer damit, sich mit Gefühlen auseinanderzusetzen. Dabei ist die Gefühlswahrnehmung sowie – Verarbeitung bei uns Menschen ganz unterschiedlich ausgeprägt, von den `Hochsensiblen´ bis zu den eher abgestumpften Individuen. Gefühle sind sogar ein vernachlässigtes Gebiet der psychologischen Forschung, und diese Tatsache muss uns doch eigentlich sehr verwundern.

Jede(r) hat Gefühle

Gefühle begleiten uns ein ganzes Leben lang von Geburt an bis in den Tod hinein. Die Bandbreite der Ausprägungen ist praktisch unbegrenzt. Dazu einige Beispiele subjektiven Gefühlserlebens:

Angst, Schrecken, Ärger, Wut, Freude, Entzücken, Traurigkeit, Kummer, Bestätigung, Vertrauen, Abscheu, Ekel, Erwartung, Überraschung, Erstaunen etc… Umgangssprachlich wird häufig gefragt `wie fühlst du dich?´ zum Beispiel bei Krankheiten, Genesung, Schmerzen, Liebeskummer oder `einfach nur so´. Dann werden sie mit Worten wie `gut, schon besser, super, nicht gut, schlecht, beschissen´ etc. oder einfach mit `ich bin (total) gut – bzw. schlecht –  drauf´ zum Ausdruck gebracht.

Gefühle in `Beziehungen´

In der partnerschaftlichen Beziehung wirken sich Gefühle besonders intensiv aus. Dabei ist das Gefühl der Liebe zueinander generell gar nicht zu beschreiben, zumal die Wahrnehmung von Mann und Frau auch noch sehr unterschiedlich ist. In diesem Zusammenhang kommt auch die Lust ins Spiel. Wieder eine große Bandbreite, von der sexuellen Lust, dem Verlangen oder einfach der Lust, etwas zu tun `Bock auf etwas haben´.

Gefühle all-gemein

In der Kommunikation mit der Außenwelt tauchen Gefühle auf wie z. B. Freude über etwas `find ich super´ oder durch Humor `lach mich tot´, Ärger `hab die Nase voll´, Wut `ich mach dich fertig!!´, Enttäuschung `das find ich blööd´ etc.pp auf.

Ein ganz besonderes Gefühl kann uns nachhaltig sehr belasten, schützt uns aber gleichzeitig vor Gefahren. Es ist die Angst. Als sog. Trauma sehr intensiv erlebt, kann sie unsere Psyche ein Leben lang belasten. Die Angst vor Gefahren dagegen lehrt uns von Kind auf an, diesen rechtzeitig auszuweichen. Dieser Zusammenhang ist insbesondere auch in der Tierwelt zu beobachten und von der Evolution hervorgebracht. Dabei ist noch zwischen Angst und Furcht zu differenzieren, was hier aber nicht näher ausgeführt werden soll.

In der zwischenmenschlichen Beziehung ist es oft sehr schwierig, Ängste z. B. eines Gesprächspartners wahrzunehmen, weil sie häufig nicht ausgesprochen werden. Dann liegt es jeweils an der Empathie des gegenüber, die Angst des Anderen wahrzunehmen, um darauf eingehen zu können. Außerdem werden Gefühle durch viele andere Reize ausgelöst wie Gerüche einer duftenden Blume, `Essensdüfte´ aus der Küche `hab ich einen Appetit, Hunger´ oder durch Geräusche wie Donner `löst Angst aus´.

Musik fühlen

Unter diesem Aspekt spielt die Musik eine ganz erhebliche Rolle. Musik ist ein Medium, das unabhängig von Alter, Sprache und Kultur eine große Auswirkung auf die Gefühlswelt des Menschen auslöst. Sie begleitet uns ein ganzes Leben lang, und die Medien ermöglichen uns den Zugang zu allen verfügbaren Stilrichtungen. Darüber hinaus kommt Musik auch als psychotherapeutisches Verfahren zum Einsatz und eine wissenschaftliche Untersuchung hat zudem ergeben, dass Musik gegen Kopfschmerzen besser hilft, als ein entsprechendes Schmerzmittel.

Gefühle – wissenschaftlich

Meine Schilderungen bis hierher sind sozusagen spontan `aus dem hohlen Bauch heraus´ entsprungen und erheben keineswegs den Anspruch auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Vollständigkeit. Aber wie ist es eigentlich um die Wissenschaft bestellt? Kann sie zu einer Klärung beitragen, welches Geheimnis sich hinter den Gefühlen verbirgt? Dazu wenden wir uns dem Begriff der Emotion zu, der als Fremdwort für Gefühl steht. Dieses Wort entstammt dem lateinischen emovere (herausbewegen, emporwühlen), das auch im Wort Lokomotive enthalten ist (loco motivus – sich von der Stelle bewegen).

Zur wissenschafttichen (Er)klärung der Gefühle/Emotionen füge ich folgendes Zitat aus Wikipedia an:

„Zum einen bemühen sich Philosophie und Psychologie um den Begriff, zum anderen auch die Neurowissenschaften. Die Neurowissenschaften befassen sich mit den efferenten somatischen und vegetativen Reaktionen eines Organismus auf Emotionen, während sonst die affektiven Aspekte im Vordergrund stehen, negative oder positive Zustände von Angst und Furcht bis zu Liebe und Glück.“

Und zu welchem Ergebnis ist die wissenschaftliche Forschung nun gekommen? Dazu wieder einen Blick auf Wikipedia:

„Eine präzise wissenschaftliche Definition für den Begriff „Emotion“ gibt es nicht.“

Wer hätte das erwartet? Was sagt uns das nun? Dazu abschließend ein Zitat von dem engl. österreichischen Philosophen Karl R. Popper (1902 – 1994):

„In dem was wir wissen, mögen wir recht verschieden sein. In unserer grenzenlosen Unwissenheit sind wir alle gleich“

PJP

Sex – der Motor allen Lebens forever

– Von der Beziehungskiste bis zum Kindesmissbrauch –

Bevor ich mich nun zu einem ursprünglichen sowie heiklen Thema weiter ausbreite, einige Mitteilungen zum Verfasser dieses Artikels.

Prolog

Eine elterliche Aufklärung erfolgte damals nicht. Die Erleuchtung wurde dagegen von dem sehr ehrenwerten Herrn Oswald Kolle übernommen, den ich hier ganz ausdrücklich noch einmal würdigen möchte. Kolles ersten Texte zur Aufklärung der Nation wurden Folge für Folge in der damaligen `Neue Illustrierten´ abgedruckt, und wer den Ausdruck `Lesemappen´ kennt, weiß auch, dass man diese abonnieren kann. So habe ich meine unverblümte Aufklärung sozusagen in meinem stillen Kämmerlein mit Herrn Kolle geteilt und bin ihm ewig dankbar dafür. Alles was in den folgenden Jahren an Filmen etc. etc. über Kolles Werk folgte, musste ich mir Gott sei Dank nicht mehr antun. Es hat mich auch keineswegs mehr interessiert, da es nur ein jämmerlicher Abklatsch all dessen war, was ich bereits in der Neuen Illustrierten gelesen hatte. Bis in sein hohes Lebensalter war Oswald Kolle ein scharfsinniger aufmerksamer Mensch, und es wäre schön gewesen, diesem Menschen einmal persönlich zu begegnen.

Vorspiel

Um mit Kolle gleich weiter zu machen, ein Zitat aus einem damaligen Filmtitel der 60er (nicht von Kolle): `Zur Sache Schätzchen´. Sex ist war das Thema. Zunächst nur mal als Wort betrachtet, stellt sich nun die Frage, was dieses Wort eigentlich bedeutet. Dazu fragen sie mal irgendeinen Mitbürger unserer Nation, welche Gedanken es bei ihm zuerst auslöst, wenn er das Wort S e x hört. Die Ergebnisse will ich hier nicht näher in Betracht ziehen, aber sehen sie selbst….Um nun einer Definition des Wortes Sex einmal näher zu kommen, möchte ich fragen, was das englische Verb `to sex´ bedeutet. Sie wissen es? Vielleicht `Geschlechtsverkehr haben´ oder `anmachen bzw. verführen´? Ich will nicht beurteilen, ob sie mein kleines Sprachexperiment richtig gelöst haben. Schlagen wir es auf jeden Fall mal nach: `to sex: das Geschlecht bestimmen´. So hab ich es jedenfalls gefunden. Es soll hiermit in aller Kürze nur deutlich werden, dass Sex im ursprünglichen Sinne nichts anderes als nur unser Geschlecht bezeichnet, mit dem wir uns voneinander unterscheiden.

Ausführung

Was bedeutet Sex nun für unser gemeinsames Leben in einer Beziehung, in einem Land und darüber hinaus? Können wir ohne Sex überleben? Nein, es trifft uns sogar noch viel härter, denn ohne Sex würden sie und ich hier gar nicht sitzen und dies lesen oder schreiben. Sex dient nicht dem Überleben sondern allem Leben schlechthin. `Sex is life´, um es ganz einfach auf den Punkt zu bringen. Ja, aber wie gehen wir nun damit um? Wie bestimmt es unsere Umgebung, unser  gemeinsames Leben? Hier nun kommen die `G e f ü h l e´ ins Spiel. Es handelt sich primär um die Lust, und darüber hinaus verbinden wir Sex alle mit diesem unbeschreiblichen Gefühl, das man `Liebe´ nennt und das ist eigentlich auch gut so. Aber…wären da nicht all die `Profitgeier´, die sich dieser wunderbaren Gefühle bedienen, um uns in ihren Bann zu ziehen…Beate Uhse hatte diese Marktlücke als Erste entdeckt. Sie konnte allerdings wohl noch nicht absehen, welche weitreichenden Folgen das für unsere Gesellschaftsordnung haben würde. Sex ist wie wir alle wissen in mancher Hinsicht auch `skandalumwittert´, was sich in verwegenen pornographischen Darstellungen zeigt  und im Kindesmissbrauch in der Pornographie gipfelt. `Zum Teufel mit diesen Vergehen an den Kindern´, das sage ich hier mit einem Gefühlsausbruch der Verachtung in aller Deutlichkeit……

Exkurs

Ich möchte dieses abartige Thema des Missbrauchs von Kindern hier nicht unerwähnt lassen. Es hat sich herausgestellt, dass sexuelle Handlungen an Kindern überwiegend im privaten Bereich bzw. näheren Umfeld der Kinder begangen werden. Der organisierte Handel bzw. die Verbreitung von diesbezüglichen Videos erfolgt über Tauschbörsen  überwiegend verdeckt per email oder sogar klassisch per Post. Die Verbreitung über das Internet konnte durch einen 2009 abgeschlossenen Vertrag der Bundesregierung mit den Internetprovidern blockiert werden. Laut Kriminalstatistik finden sich im Internet heute trotz umfangreicher Ermittlungen keine Hinweise mehr auf die Verbreitung pornographischen Materials mit Kindern. Dass der sexuelle Missbrauch für betroffene Kinder weitreichende Folgen hat, ist inzwischen eindeutig belegt. Auf diesen Aspekt bzw. auf entsprechende Täterprofile kann im Rahmen dieser Ausführungen nicht näher eingegangen werden. Ich will aber noch kurz auf die internationale Initiative gegen sexuellen  Kindesmissbrauch `Innocence in Danger´ eingehen, der sich Deutschland 2003 anschloss. Seit 2013 wird die deutsche Sektion von der `Präsidentin´ Marina von Achten vertreten, die Stephanie zu Guttenberg ablöste. Wer sich über die Zielsetzungen dieser Organisation näher informieren möchte, hier ein link dahin: (Exkurs beendet!)

http://www.innocenceindanger.de/

Höhepunkt (kurz)

Sex gipfelt in ursprünglichster Bedeutung im geschlechtlichen Verkehr. Dazu sind in der Regel immer zwei Partner betroffen. Das fängt an mit den ersten Liebschaften, die die meisten von uns erlebt haben. Heutzutage im freien Zugang zur Pornografie – im Gegensatz zum früheren Oswald Kolle – gestaltet sich das allerdings schon wesentlich schwieriger. Das zeigt sich z.B. in den so geschäftsträchtigen `Partnerbörsen´ und dem `Herumgechate´ in zigfacher Ausführung, dem wir auf den Leim gehen, wobei ich Ausnahmen nicht unbedingt ausschließen will. Hier wird ein `Markt der Ratlosigkeit und Frustration´ bedient, und es ist nur jedem anzuraten, diesem Markt nicht `voll und ganz´ zu verfallen. Eines ist jedoch unbestritten: Das Verlangen nach geschlechtlicher Vereinigung `ist und bleibt´ eines unserer wichtigsten Grundbedürfnisse – obschon durch zivilisatorische Einflüsse entscheidend gehemmt (von Erziehung bis Zölibat) – auch dann, wenn Homosexualität (d.h. `Schwule´ oder `Lesben´) im Spiel ist. Das wusste übrigens auch Oswald Kolle. Die Lebenskunst unserer menschlichen Kultur besteht nun aber darin, dieses unbestrittene Grundbedürfnis nach geschlechtlicher Vereinigung in eine Lebensgemeinschaft mit einer(m) Partner(in) einzubeziehen und in gegenseitigem Vertrauen mit den Gefühlen der `Liebe´ zu erleben.

Das ist ein sehr sehr `hoch gestecktes´ Ziel. Es ist das eigentliche `W u n d e r d e r L i e b e´! Besinnen wir uns darauf.

Vielen Dank!

Pete J. Probe

MHC – verborgene zwischenmenschliche Beziehungen

Haupthistokompatibilitätskomplexmolekül

– ein schwieriges Wort, das lange zu meinem Sprachschatz gehört. Da ich es `flüssig´ aussprechen kann, erlaube ich mir hin und wieder den Spaß, es in Gesprächsrunden mit Freunden oder Bekannten einzubringen, die dann ganz konsterniert aus der Wäsche gucken und schweigen… oder fragen `was ist das denn?´ Auf diese Frage möchte ich möchte ich in meinem Artikel nun etwas näher eingehen.

Jeder Mensch hat einen sog. Haupthistokompatibilitätskomplex (engl. Abkürzung MHC-Gene). Aber wozu dienen diese Anlagen? In der körpereigenen Funktion sind diese Gene für die Steuerung des Immunsystems mitverantwortlich, der es diesem ermöglicht, `Selbst´ von `Fremd´ zu unterscheiden. Es gibt mindestens 20 dieser MHC-Gene und 100 verschiedene Ausprägungsgrade, d.h. sie sind bei jedem Menschen – außer bei eineiigen Zwillingen- ganz individuell unterschiedlich angelegt. Aber auf diese wissenschaftliche Betrachtung möchte ich als Laie nicht näher eingehen. Es geht mir vielmehr darum, dass der Eigengeruch eines Individuums an den MHC-Genen gekoppelt ist d.h. jeder Mensch besitzt einen individuellen Eigengeruch, der nur von Hunden gerochen werden kann. Das ist ein Geruch, den wir Menschen zwar nicht riechen können, den wir jedoch unbewusst aufnehmen. Dabei wird er von unserem Gehirn registriert und verarbeitet.

Diese subtile Wahrnehmung beeinflusst u. a. die Mutter-Kind-Bindung, die Partnerwahl, die Inzestschranke sowie die Fehlgeburtenrate“ (Lexikon).

An dieser Stelle möchte ich meine Ausführungen zu diesem Thema beenden und verweise auf den Arzt Jan Hindermann (Hannover), der folgende Gedanken dazu verfasst hat:

„Es ist unglaublich, wie viel wir Menschen (und auch andere Lebewesen) in unseren Körpergeruch kodieren. Wenn wir andere Menschen riechen, erfahren wir nicht nur ob, und wenn ja welches Parfüm/Deo er/sie verwendet, oder wann/ob er/sie das letzte Mal geduscht hat – nein, wenn wir jemanden vom anderen Geschlecht riechen, dann schlüsselt unser Gehirn automatisch auf, wie gut ihr beide sexuell-biologisch zueinander passt. Ich habe mal in einem Fachartikel über Familien- und Verwandtschaftspsychologie (fragt nicht) gelesen, dass Menschen mit einem stark unterschiedlichen MHC (major histocompatibility complex – Haupthistokompatibilitätskomplex) weniger geneigt sind, fremdzugehen – und der MHC ist irgendwie im Geruch des Menschen kodiert, versteckt sich also irgendwo unter Pheromonen, vermute ich als Nicht-Wissenschaftler mal. Warum sind MHC-ähnliche Partner also eher untreu?

Einfach: in den MHC sind u.a. Informationen über unser Immunsystem und unsere Gene kodiert. Die größte Ähnlichkeit im MHC habt übrigens ihr und eure Geschwister. Danach kommen Eltern, Großeltern, etc. pp. Deswegen – und auch aufgrund des Westermarck-Effekts – seid ihr rein bio-chemo-psychologisch nicht dazu geneigt, mit euren Geschwistern Kinder zu zeugen. Zurück zu den Partnern. Dekodiert unser Hirn einen ähnlichen MHC, denkt es sich: „oha, der/die hat ein Immunsystem, das meinem zu großen Teilen gleicht! Wenn wir Kinder bekommen, dann wird deren Immunsystem mit einer größeren Wahrscheinlichkeit darunter leiden. 

Das ist auch einer der Gründe, warum Inzucht zu vermeiden ist. Immunsystem am Arsch in dem Fall. Ausnahmen gelten, wenn du dein eigener Großvater bist. Übrigens, und das fand ich das wirklich Interessante hierbei, ändern sich die MHC-Präferenzen bei Frauen, die z.B. die Pille nehmen – dann sind sie nämlich eher Partnern zugeneigt, die einen ähnlichen MHC aufweisen! – Versteh das einer… –  Vermutlich weil der Körper sich denkt `…he, ich sollte vielleicht nicht einen Mann ‚belegen‘, der Kinder zeugen kann, aber nicht mit mir…´

Nur so ‚ne Vermutung. Ich bin Arzt Programmierer und kein Psychologe. Unsere Nase arbeitet sehr diskret, wenn es um den MHC und Pheromone geht; bei manchen Tierarten reicht ein nicht riechbarer Anteil an gewissen Duftstoffen aus, um diverse Dinge zu signalisieren. Das gleiche gilt für uns Menschen: das alles geschieht subtil. Wir müssen nicht, wie manche Tiere, erst am Körper des potentiellen Partners schnüffeln – das ist rein optional und wird zur Kontaktaufnahme mit Fremden nicht empfohlen. Da gehste zum Vorstellungsgespräch, alle beschnüffeln sich erstmal, dann geht’s los. So könnte das bei Hunden ablaufen: `So, Herr Bello, Ihre Referenzen sind einwandfrei und Ihr Hintern riecht auch gut… wann können Sie anfangen?´ Und noch ein Warnhinweis… „Ich liebe, wie unterschiedlich unsere MHC sind“ wird bei den meisten ein WTF hervorrufen. Wobei das schon sehr interessant wäre: Samstagabend in der Disko, du gehst zu einer Frau hin, und willst sie ansprechen… aber first things first, und du riechst erstmal unter ihrem Arm. 😀 (Bzw. mit umgekehrten Geschlechtern für weibliche Leser. Sofern es die denn hier gibt. Sofern es überhaupt Leser auf diesem Blog gibt. *forever alone* Es ist schon irre, wie unsere Körper so subtil versuchen, einen möglichst idealen Partner zu bekommen – einfach dadurch, dass Informationen über uns in unserem Körpergeruch kodiert sind. Ich habe leider keine Ahnung, wie sich Deo/Parfum auf den Geruch auswirken, aber es würde mich ehrlich gesagt nicht wundern, wenn das Hirn das auch noch wegfiltern kann.“

Fazit:

Bei der Partnerwahl spielen körpereigene Gerüche (Duftmoleküle) des jeweiligen Partners eine entscheidende Rolle, die wir kodieren, ohne sie zu riechen oder bewusst wahrzunehmen. 

PJP