MilchpreisPolitik – ein mieses Geschäft

Aus aktuellem Anlass wiederhole ich einen Artikel für die Landwirtschaft von 2016

Ich will hiermit noch einmal darauf hinweisen, dass die MilchreisPolitik derzeit schon viele Bauern in den Ruin getrieben haben. Sie mussten ihre Höfe zT aufgeben und in einem sog. Lohnbetrieb für größere landwirtschaftliche Betriebe hart arbeiten. An geregelte Arbeitszeit ist da nicht zu denken, und sie dauert in der Saison bis in den späten Abend (alle Infos durch Gespräche belegt).

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Milchpreispolitik in Frankreich

In Frankreich haben derzeit die Bauern aufgrund der Milchpreispolitik mit ihren Treckern, Heu und Strohballen etc.pp schlichtweg die Grenze dicht gemacht bzw. blockiert. Dadurch entstand dem Staat auf Dauer ein so großer wirtschaftlicher Schaden, dass die Bauern schließlich subventioniert wurden. Ich hatte von unseren Landwirten derzeit mehr erwartet und hatte einiges auf dem Plan, aber es zeigte sich keiner bereit, mit mir darüber zu sprechen.

Danke an Marlene, die mich heute wach gerüttelt hat. Das war 2016:

Ich habe gestern einen Bauern besucht, der die Milchwirtschaft noch nicht aufgegeben hat. Der Hof ist mir bereits länger bekannt. Ich wollte in Erfahrung bringen, wie sich die Preispolitik auf unsere Region (Niedersachsen Ammerland/Wesermarsch) auswirkt. Deshalb das Wort `MilchpreisPolitik´ (hier: Sammelbegriff für die `Ausbeutung´ der Landwirte). 

Zum Titelbild: Keine Kuh auf den Weiden gesehen. Aus technischen Gründen sind derzeit keine weiteren Fotos zu diesem Artikel möglich.

Leider war es mir nicht möglich den Landwirt (auch nur ganz kurz) persönlich zu befragen. Seiner Frau begegnete ich in den Stallungen und sie erzählte mir, was mit ihrem Mann los ist. Die Nerven liegen blank, es geht um`s finanzielle Überleben seiner Existenz, die er sich mit seiner Familie aufgebaut hat. Das Vieh muss zudem versorgt werden. Zu einem Gespräch sei er derzeit nicht zu haben. Ich habe mich wieder zurückgezogen.

Ganz ähnlich geht es mir jetzt. Ich sitze hier und mir fehlen die Worte, das Wissen und die Argumente. Fragen über Fragen. Was mir verbleibt ist eine Auswertung der gesammelten Fakten, denn nur die zählen.

Fakt ist:

  • Die traditionelle Landwirtschaft gibt es nicht mehr. Die `Großindustrie´ (im weiteren Sinne) hat sich bzw. wurde am Markt pol. knallhart durchgesetzt.
  • Traditionelle Landwirtschaft mit Viehhaltung (Bodenhaltung), Kuhstall und evtl. auch eigenem Anbau von Getreide etc.pp bleibt denen vorbehalten, die sich das als Hobby leisten können (bin sofort dabei).
  • In den meisten Fällen werden Höfe zu gastronomischen Betrieben `umfunktioniert´. Das Geschäft blüht.
  • Die Politik steht in der Verantwortung für die Milchpreise (vgl.: MilchpreisPolitik). Die Milch wird am Markt bereits fast zu dem Preis verkauft, den der Bauer für die Herstellung bezahlt hat. Das Geld fließt in die Kassen der `Großunternehmer´, um es mal so auszudrücken. Ein unhaltbarer Zustand.

Folgebeitrag (follow the link):

Milchpreis auf Tiefstand

Fazit:

Um mit dem Trecker eine `Demo´ in`s Leben zu rufen, fehlt es offenbar an Bauern, die die Milchwirtschaft noch betreiben bzw. noch `Eier in der Hose´ haben. Stattdessen möchte empfehlen, das Museumsdorf in Cloppenburg zu besuchen. Hier ist alles zu bewundern, was die traditionelle Landwirtschaft in dieser Region betrifft, vom Allkoven bis hin zur Dorfschule (soweit ich mich erinnere).

Zugabe:

Auf meiner Rückfahrt nach Hause begegneten mir einige Störche, die ich gleich abgelichtet habe. Die Fotos konnten aus technischen Gründen in diesen Artikel nicht hochgeladen werden und folgen im nächsten Bericht zum Thema. 

Anstatt der Fotos erreichte mich Marius Müller-Westernhagen mit seinem Lied Freiheit ist das einzige was zählt. Die EU stellt Milliarden in Aussicht. Die Verträge sind gemacht.

Die Verträge sind gemacht

PJP

4 Kommentare zu “MilchpreisPolitik – ein mieses Geschäft

  1. ein produkt, für das niemand einen gerechten preis bezahlen möchte, wird früher oder später vom markt verschwinden, oder durch „billigen dreck“ ersetzt.

    das geschäftsmodell: ein liter milch kostet in der herstellung 40 cent und wird für 20 cent an die molkereien verkauft. auf tier- und umweltschutz kann bei diesen preisen natürlich keine rücksicht genommen werden. jeder der rechnen kann weiss, dass dieses geschäftsmodell in den ruin führen wird. die zeiten waren mal besser? nein, nicht die zeiten haben sich geändert, die menschen haben sich geändert. die verbraucher sind nicht mehr bereit faire preise für konsumgüter zu bezahlen. obwohl der markt in russland weggebrochen ist und der export nach china zurückgeht, vergrössern die deutschen milchbauern ihre kuhställe und schaffen sich mehr milchkühe an. der umsatz wird höher und die gewinne schrumpfen weiter. mehr hierzu: https://campogeno.wordpress.com/2016/05/19/deutschen-milchbauern-fehlt-es-an-hirn-und-einsicht/

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